Erfolgsfaktor Business Coaching

11. Mai 2020Karriere Wissen

Coaching als essenzieller Bestandteil eines perfekten (berufsbegleitenden) Masterprogramms

Bereits über 80% der erfolgreichen internationalen Konzerne setzen Coaching in der Führungskräfteentwicklung ein. Damit scheint Coaching in unserer heutigen globalen Geschäftswelt ein sehr effektives Tool der Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung zu sein. Und doch ist das Thema „Coaching“ oftmals noch unbekannt. Daher ist es sinnvoll das Thema des praxisorientierten Coachings einmal kompakt zu erläutern. Ausgehend von den Anforderungen an moderne Führungskräfte erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema Coaching mit seiner Vorgehensweise, seinen Benefits, seinen möglichen Einsatzbereichen und Sie erkennen warum Coaching als zielorientierte Entwicklungsmaßnahme in einem Entwicklungsprogramm, wie z.B. einem Master Studium nicht fehlen sollte.

Neue Anforderungen der dynamischen Geschäftswelt

Die zunehmende Dynamik unseres Geschäftslebens zwingt Organisationen und Arbeitnehmer permanent zu Veränderung und Weiterentwicklung. Der ständige Wandel einer Organisation ist die Voraussetzung für die Überlebensfähigkeit geworden. Gleichzeitig sind die Mitarbeiter (als z.B. top-motivierte Berater, erstklassiges Servicepersonal oder versierte Führungskräfte) ein zentraler Erfolgs- und Differenzierungsfaktor im Wettbewerb! Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter, gewinnt in diesem Kontext enorm an Bedeutung. Neben gezielten Weiterbildungsangeboten rückt Coaching aufgrund seiner Wirksamkeit dabei stärker in den Fokus. Insbesondere in der Qualifikation und Entwicklung von Führungskräften spielt Coaching eine immer größere Rolle.

Gerade als angehende Führungskraft lohnt es daher, sich mit dem Thema Coaching frühzeitig auseinander zu setzen und in der Wahl der eigenen Entwicklungs- und Weiterbildungsprogramme zu berücksichtigen – insbesondere auch bei der Auswahl eines weiterführenden Studienprogramms (z.B. eines berufsbegleitenden Masters oder MBAs). Denn nicht nur Wissen will aufgebaut, sondern auch die Business Personality, als Schlüssel zu nachhaltigem persönlichem Erfolg, muss entwickelt werden.

Welches Kompetenzprofil benötigt eine Führungskraft heute, um langfristig erfolgreich zu sein?

Bevor wir uns mit dem eigentlichen Coaching-Begriff und dem Coaching-Prozess befassen ist es sinnvoll zu klären, über welche Kompetenzen und Fähigkeiten („Skills“) eine Führungskraft verfügen sollte. Im Anschluss wird dann ersichtlich in welchen Bereichen Coaching sinnvoll eingesetzt werden kann.

Seit Jahrzehnten ist man sich in Theorie und Praxis einig, dass die sogenannte Handlungskompetenz sehr ausgeprägt sein sollte. Die Handlungskompetenz umfasst 3 Bausteine:

  1. Soziale Kompetenz: Die Befähigung zur effektiven Zusammenarbeit und Kommunikation sowie zum effizienten Umgang mit Konflikten.
  2. Methodische Kompetenz: Die Fähigkeit zur eigenständigen Problemlösung und dem selbständigen Arbeiten.
  3. Fachliche Kompetenz: Die fachbezogenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse für die jeweilige berufliche Aufgabe.

Diese Bausteine werden häufig auch als „Schlüsselqualifikationen“ bezeichnet. Sie zeichnen ein erstes Bild der Anforderungen an Führungskräfte. Insbesondere die ersten beiden Bereiche beleuchten wir nun etwas intensiver, da hier die wichtigsten Elemente einer erfolgreichen Führungskraft zu finden sind.
Des Weiteren benötigen die Führungskräfte der Zukunft folgende Eigenschaften und Fähigkeiten:

  • Flexibilität in der Anpassung an neue (zunehmend digitalen) Entwicklungen
  • Funktionsübergreifendes Denken, Kreativität und Ergebnisorientierung
  • Strategische Weitsicht und ganzheitliche, systemische Denkweise
  • Kommunikative Kompetenz iVm. emotionaler und kultureller Intelligenz
  • Team- und Konfliktfähigkeit in einem internationalen Umfeld
  • Bereitschaft zum lebenslangen Lernen

Mit zunehmender Dynamik gewinnen diese Fähigkeiten und Eigenschaften weiter an Bedeutung. So ist die Führungskraft der Zukunft Coach, Netzwerker, Problemlöser und Unterstützer – mit strategischer Weitsicht und Ergebnisorientierung.

Gleichzeitig muss sie sich dazu einer neuen Herausforderung stellen, der sog. „Sinnstiftung“. Es wird derzeit sehr viel über Sinnstiftung im Berufsleben diskutiert. Sie wird immer stärker als eine zentrale Grundvoraussetzung gesehen, um überhaupt effektiv arbeiten und führen zu können. Es ist extrem wichtig über einen hohen Grad an Identifikation mit der Aufgabe sowie „intrinsische Arbeitsmotivation“ zu verfügen. Moderne Führungskräfte müssen in der Lage sein der (Zusammen-)Arbeit einen Sinn zu geben. So werden Kollegen und Mitarbeiter in der täglichen Arbeit unterstützt und es wird möglich einen wertvollen Beitrag für das Unternehmen und die Stakeholder zu leisten.

Betrachtet man das umfassende Anforderungsprofil an den modernen Manager stellt sich unmittelbar die Frage nach der „richtigen“ Entwicklungsmaßnahme. Torsten Netzer, MBA und Business Coach am IMC sagt hierzu: „Coaching ist ein sehr wirkungsvolles Mittel um die notwendigen Kompetenzbereiche einer Fach- oder Führungskraft zu stärken! Nahezu alle genannten Eigenschaften und Fähigkeiten sind unmittelbar mit der Business Personality verknüpft. Und diese lässt sich nicht in einem Tagesseminar oder einer kurzen Trainingseinheit entwickeln, sondern muss individuell gestärkt werden.“

Was genau verbirgt sich hinter dem Konzept des Coaching?

Aufgrund seiner Wirksamkeit ist der Begriff des „Coaching“ momentan sehr präsent. Die Nachfrage nach dieser Form der Beratung steigt kontinuierlich. Allerdings wird der Begriff bis dato nicht einheitlich verwendet. Mal bezeichnet er ein Training, mal eine Beratung, mal ein Mentoring, um nur einige Verwendungsarten aufzuzeigen. Deshalb wird der Begriff „Coaching“ nun kurz definiert und von ähnlichen Konzepten abgegrenzt.Der Deutsche Bundesverband Coaching (DBVC) definiert Coaching als …“die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs-/ Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen / Organisationen. […] Als ergebnis- und lösungsorientierte Beratungsform dient Coaching der Steigerung und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit. Als ein auf individuelle Bedürfnisse abgestimmter Beratungsprozess unterstützt ein Coaching die Verbesserung der beruflichen Situation und das Gestalten von Rollen unter anspruchsvollen Bedingungen.“

Kurz gesagt: Coaching ist eine individuelle prozessorientierte Beratungsform für Experten und Führungskräfte, die auf den Erhalt und die Steigerung der Leistungsfähigkeit ausgerichtet ist. Meist ist der Coaching-Klient in einem Unternehmen tätig und in ein größeres „kommunikatives Netzwerk“ eingebettet, das bei der Problemanalyse und -lösung zu berücksichtigen ist. Beim Coaching begleitet ein Coach – interaktiv, objektiv und professionell. Durch seine Expertise gibt er „Hilfe zur Selbsthilfe“ immer dann, wenn der Klient eine berufliche Situation mit seinen bekannten Verhaltensweisen und Interpretationen nicht lösen kann. Dabei orientiert sich das Coaching ganz am Klienten, dieser bestimmt das Tempo und die Komplexität der Problembearbeitung. Der Coach fungiert hier insbesondere als „Leitplanke“.

Das Ziel des Coachings besteht besonders darin, die Wirksamkeit des Klienten zu erhöhen, d.h. effektiv kommunizieren, managen und führen zu können. Also im Sinne der Handlungskompetenz eigenständig Problemlösungen finden und mit den Mitarbeitern umsetzen zu können. Im Fall von Führungskräften setzt Coaching hier in der Reflexion an und hilft zu verstehen, wie man von anderen gesehen wird. Welche Erwartungen und Wahrnehmungen existieren? Wie sind Reaktionen zu bewerten und welche Bewertungskriterien existieren im täglichen Arbeitsumfeld? Im Anschluss geht es darum die eigene Persönlichkeit mit Motivatoren, Präferenzen, Werten etc. zu erkennen und Verhaltensweisen mit einer höheren Wirksamkeit zu erarbeiten.

Coaching nutzt dabei keine manipulativen Techniken und basiert auf einem ausgearbeiteten Coaching-Konzept. Ein Coach sollte über psychologische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie praktische Erfahrung bezüglich der Fragen und Themen des Coachings verfügen, um die Wirksamkeit der Beratung sicher stellen zu können. Idealerweise hat der Business Coach eine fundierte und zertifizierte Coaching Ausbildung.

Wie unterscheidet sich Coaching von anderen Entwicklungskonzepten?

Coaching vs. Mentoring

Mentoring lässt sich am besten mit dem Begriff „Patenschaft“ übersetzen. Oftmals übernimmt eine erfahrene Führungskraft in diesem Format die Begleitung eines viel versprechendes Talent auf seinem Karriereweg in der Organisation. Die Aufgaben des Mentors bestehen dabei hauptsächlich darin die Bindung an die Organisation zu erhöhen in dem z.B. spezifisches Wissen über die Organisation weitergegeben oder individuelle Karriere- und Entwicklungsfragen vor dem organisationalen Hintergrund geklärt werden. Coaching kann, muss jedoch nicht, ein zusätzliches Element im Rahmen einer Mentoring-Beziehung sein. Dies hängt insbesondere von der Qualifikation und dem Führungsverständnis des Mentors ab.

Coaching vs. Training

Training verfolgt stets das Ziel bestimmte Kompetenzen, Skills oder Wissen aufzubauen. Training wird häufig als Maßnahme im Coaching eingesetzt, z.B. um Defizite im Verhalten zu korrigieren. Das Coaching hilft bei der Identifikation von Verbesserungsfeldern und integriert Training in die Entwicklung des Klienten.

Coaching vs. Psychotherapie

Es besteht häufig die Annahme ein Coaching wäre eine Art psychologische Behandlung. Dem ist nicht so. Coaching richtet sich grundsätzlich an „gesunde“ Personen. Ein Coach ist nicht unbedingt ein ausgebildeter Psychologe – muss er auch nicht sein, da sich ein Coaching vorwiegend mit den Themen befasst, die aus einer beruflichen Situation heraus entstehen und mit der Unterstützung des Coaches bearbeitet werden können. Psychische Erkrankungen, Abhängigkeitserkrankungen oder andere Beeinträchtigungen gehören ausschließlich in das Aufgabenfeld entsprechend ausgebildeter Psychotherapeuten, Ärzte und medizinischer Einrichtungen.

Welche Fragestellungen klärt ein Business Coaching – z.B. im Rahmen eines Master-Studiums?

Die Bereiche und Fragestellungen, in denen ein Coaching angewendet werden kann, sind vielfältig. Im Rahmen der Entwicklung der eigenen, effektiven Führungspersönlichkeit z.B. im Rahmen eines Master-Studiums oder Programm der Führungskräfteentwicklung sind beispielhafte Coaching-Themen:

  • Vorbereitung auf die Übernahme einer ersten oder neuen Führungsposition
  • Definition des eigenen Wertekanons und Führungsverständnis
  • Bewältigung herausfordernder und komplexer Projekte
  • Analyse des eigenen Management- und Führungsverhaltens
  • Eine Evaluation von schwierigen Entscheidungssituationen
  • Unterstützung im Arbeitsalltag (Verhalten bei Besprechungen, (Delegationsverhalten, etc.)
  • Bearbeitung von belastenden, heiklen Themen und Problemen
  • Die eigene Karriereplanung

Für junge und angehende Führungskräfte gilt: Führung ist erlernbar. Zu Beginn steht eine fundierte Aus- und Weiterbildung durch Studienprogramme im Fokus. Diese kann jedoch nicht auf alle denkbaren Situationen im Rahmen einer Führungstätigkeit oder der Bewältigung von komplexen Situationen im Arbeitsalltag vorbereiten. Eine umfassende Reflexion und Bearbeitung im Rahmen eines Coachings hilft im Alltag die Führungsqualität auszubauen, weiterzuentwickeln und auf die Situation im Unternehmen anzupassen.

Coaching unterstützt den Klienten darin, Veränderungsmöglichkeiten im eigenen Verhalten zu erkennen. So lassen sich neue Fähigkeiten entwickeln. Die Reflexion und das Sparring im Rahmen des Coachings ist dabei für den Erkenntnisgewinn und eine schnelle Umsetzung verantwortlich. Denn im Coaching ist es wie in kaum einer anderen Entwicklungsmaßnahme möglich, genau auf den Verbesserungsbedarf des Klienten einzugehen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Führung heute mehr denn je bedeutet mit Widersprüchen zu leben sowie unter Druck und Stress hohen Anforderungen zu genügen, bietet Coaching das perfekte Setting, um diese Komplexität zu bewältigen und sich sprunghaft zu entwickeln.

Wie läuft ein Business Coaching ab?

Zertifizierte Coaches legen großen Wert auf ein strukturiertes Vorgehen – sowohl im Gesamtprozess als auch in der jeweiligen Coaching-Sitzung. Der Gesamtprozess ist je nach Komplexität des Themas in ca. 8-12 Sitzungen aufgeteilt. Jede Sitzung ist dabei zwischen 60-120 Minuten lang. Eine beispielhafte Struktur des gesamten Coachingprozesses zur Lösung des Themas könnte dabei wie folgt aussehen:

  • Erste Sitzung: Kennenlernen, Definition des Themas und des konkreten Coaching-Auftrages. Eventuell schon erste Arbeit am Ziel.
  • Zweite Sitzung: Beantwortung der Frage: Was ist Ihr Ziel? Welche Beteiligten gibt es? Was wurde bisher getan? Facetten der Zielerreichung u.v.m.
  • Dritte Sitzung: Entwicklung des Zielbildes, Prioritäten definieren, Konkrete Lösungselemente suchen und ausarbeiten
  • Vierte Sitzung: Arbeiten am Lösungsweg. Meilensteinplanung, Ressourcenidentifikation, Verbesserungsfelder identifizieren, Messkriterien festlegen
  • Fünfte Sitzung: Transfer-Coaching, Umsetzung im täglichen Geschäft
  • Sechste Sitzung: Ausstieg, Vereinbarungen
  • Siebte Sitzung: Evaluation
  • Achte Sitzung: Nachbereitung.

Die Sitzungen selbst sind ebenfalls strukturiert:

Nach einem kurzen Einstieg erfolgt eine Reflektion der letzten Sitzung und Überprüfung der Zielsetzungen. Im Anschluss werden die Hausaufgaben der letzten Sitzung besprochen. Hierauf folgt eine Besprechung der aktuellen Lage und möglicher weiterer Lösungsschritte. Diese werden intensiv besprochen und es erfolgt eine Simulation der unterschiedlichen Lösungsansätze. Den Abschluss bilden die konkrete Maßnahmendefinition und die eigenständige Umsetzung im Alltag.

Diese Struktur ermöglicht eine intensive, ergebnisorientierte Bearbeitung des Themas. Der feste Ablauf hilft dem Klienten und dem Coach in jedem Moment der Beratung Transparenz zum Fortschritt und den nächsten Aufgaben herzustellen.

Warum ist Business Coaching bereits im Studium ein sehr wertvoller Bestandteil?

Für Coaching gilt: „Je früher, desto besser.“ Eine strukturierte und ergebnisorientierte Bearbeitung der wichtigsten Entwicklungsbereiche kann niemals zu früh erfolgen. Gerade das Führungsverhalten, dass sehr viel mit eigenen Glaubenssätzen und Wertestrukturen zu tun hat lässt sich im Rahmen eines Business Coachings stark verbessern, wenn man jung ist. So erzielt man kurzfristige Erfolge, schafft eine gute Arbeitsatmosphäre und bereitet sich bestmöglich auf weitere Führungsaufgaben vor. Bereits bestehende Herausforderungen lassen sich kurzfristig lösen und man ist in der Lage seine Business Personality sprunghaft zu entwickeln. Zeitgemäße Studienprogramme sollten daher individuelle Business Coachings als Bestandteil vorweisen – wie es das International Management College bereits seit Beginn sehr erfolgreich umsetzt.

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